die oma ist tot. wiedermal. aus dem leben eines personalers.

ein resumée.

Montagmorgen. Im Postfach mehrere Bewerbungen. Standarttext, falscher Firmenname, Terminabsage wegen gestorbener Oma. Wieder und wieder.

Der Rekrutierungsprozess ist aus Kandidatensicht immer schlecht. HR ist schuld. Auch aus Sicht des eigenen Unternehmens. Der Klassiker.

Und was sagt der Personaler dazu? Darf er dazu auch mal was sagen?
Generell gilt: Die HR-Abteilung ist schuld.

Was erleben HR´ler täglich im Recruitingprozess?
Welche einfachen Tipps sollten Bewerber beachten?

Beschwerden über schlecht geführte HR-Abteilungen liest man häufig im Netz.
Bewerber erhalten keine Rückmeldung auf Bewerbungen, sie erhalten Standardabsagen mit dürftigen Absagegründen. So lauten oft gehörte Beschwerden.

Klar, das Argument der Ressourcenknappheit in HR-Abteilungen ist nur eine Begründung.
Oft, und das ist ganz ehrlich, fehlt den Personalern auch die Motivation, auf manche Bewerbungen zu reagieren. Das ist nicht fair, dennoch menschlich. Personaler, man glaubt es kaum, sind Menschen.

Viele Kandidaten legen keinen Wert darauf, eine Bewerbung individuell zu gestalten und verschicken stattdessen Bewerbungs-Rundmails.
Ob der Firmenname oder der Ansprechpartner korrekt geschrieben wurde, ist egal. Hauptsache die Bewerbung ist raus. Wertschätzung gleich null.
Individuelle Bewerbungen mit einem Bewerbungsanschreiben – in dem nicht Tippfehler, sondern die Bewerbungsmotivation hervorsticht – erhalten auch ein Feedback.

Digital. Wir sind so digital.
Im Zeitalter der Digitalisierung werden selbstverständlich auch Kurzbewerbungen mit einem Link auf Xing, LinkedIn oder ähnlichem gerne gesehen. Blöd ist nur, wenn das letzte Update mehr als 4 Jahre zurückliegt und keine Aktualisierungen vorgenommen wurden.
Drum merke: aktuell und aussagekräftig. Das ist das Geheimnis!
Eine Auflistung der Arbeitsstationen und der Positionen sagt nicht wirklich etwas über den Kandidaten aus. Besondere Fähigkeiten, bisher ausgeübte Tätigkeiten, Kenntnisse, Motivationen und Leidenschaften sind sexy für Personaler.

Soziale Medien, wie die oben genannten, bieten Personalern im Zeitalter des Fachkräftemangels die Möglichkeit, potentielle Kandidaten direkt zu kontaktieren/sourcen. Hier wieder der Hinweis auf das Geheimnis: aktuell und aussagekräftig.

Kandidaten, die nicht auf der Suche sind, sollten das im Profil kennzeichnen und nicht genervt reagieren, wenn HR´ler Kontakt aufnehmen möchten. Hier erneut ein Hinweis: Personaler sind Menschen. „Danke, kein Interesse.“ reicht als Antwort.

Herr von Münchhausen – die Kandidaten und die liebe Ehrlichkeit. Wunschdenken?
Verwunderlich ist immer wieder die Nichterreichbarkeit bei Telefon- oder Video-Interviews und das Nichterscheinen zu Vorstellungsterminen.  Natürlich ohne den Termin vorher abgesagt zu haben.
Falls man den Kandidaten nachträglich überhaupt erreicht, ist die Liste der Ausreden lange.

Todesfall in der Familie, Autounfall, Oma krank, Hund geplatzt… Die Gründe sind tragisch und jeder HR´ler reagiert mitfühlend und verständnisvoll. Personaler sind Menschen. Menschen, die empathisch sind.

Allerdings merkt man bei späterer Nachfrage oft an der Reaktion, dass der geplatzte Hund nur eine Ausrede war. Lügen haben kurze Beine, in dem Fall des geplatzten Hundes gibt es eher keine Beine mehr.

Klarheit, streifenfrei, ohne Glasrein.
Anruf. Email. Terminabsage. Entscheidung für ein alternatives Angebot. Was ist die Motivation für diese einfachen Aussagen einen Hund platzen zu lassen?

Gleiches gilt bei Angeboten.
Bedenkzeit ist bei einem Vertragsangebot wichtig. Die berühmte Nacht drüber schlafen auch. Gerne auch zwei Nächte.  Klarheit, streifenfrei, ohne Glasrein – auch hier des Rätsels Lösung.

Jeder HR´ler versteht es, wenn Kandidaten noch andere Interviewtermine wahrnehmen möchten oder bereits andere Angebote haben. Kommunikation hilft auch Dinge gemeinsam zu entwickeln und Lösungen zu finden. Unternehmen, die Ihnen ein Angebot machen, wollen Sie als Mitarbeiter, als Teil der Unternehmung. Ist Ihnen das klar, wenn Sie den Hund platzen lassen?

Die erste Hürde im Bewerbungsprozess ist geschafft.
Es kommt zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Wird Vorbereitung auf ein Interview überbewertet? Oder kann man als Gesprächspartner erwarten, dass der Mensch auf der anderen Seite den Termin genauso wichtig nimmt, wie man selbst?

Videointerviews, oder besser Reality-TV?

Direkt aus Bett an den PC. Schlafanzug, leere Flaschen und volle Aschenbecher im Hintergrund sind keine Seltenheit. Hauptsache der letzte Abend war schön und ihr habt gut gefeiert.
Liebe Kandidaten. Es geht um eure berufliche Zukunft. Wertschätzung gegenüber Gesprächspartnern ist wichtig. Auch in der heutigen Zeit. Gerade in der heutigen Zeit.

Was gehört zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch?
Natürlich die Vorbereitung der Standartfragen. Auch Interview-Techniken sollte man sich anschauen, so kann man auch „hinter“ die Fragen der Personaler schauen.

Was HR´ler besonders schätzen, ist ein „Danke“ nach dem Vorstellungsgespräch. Werte wie Höflichkeit sind wichtig, sterben aber leider aus.

Standardabsagen sind für Kandidaten unbefriedigend. Das wissen wir. In der Regel bekommt jedoch jeder Kandidat im persönlichen Gespräch die Gründe für die Absage genannt. Natürlich AGG konform. Nutzen Sie dieses Feedback für sich. Dies ist keine persönliche Kritik!

Kandidaten, die ehrlich, wertschätzend, vorbereitet und höflich sind, sorgen dafür, dass auch die Zufriedenheit in den HR-Abteilungen steigt. Und keine Hunde mehr platzen müssen.

Uns ist durch unsere langjährige Tätigkeit bewusst, dass in vielen Unternehmen Ressourcenengpässe im HR bestehen, Prozesse nicht effizient durchgeführt werden oder HR schlicht und ergreifend vernachlässigt wird. HR-Abteilungen sind mehr als Verwalter. Sie sind strategische Partner.

Hier kommt kryg & fryden ins Spiel.
Andrea Hollenburger und Stefan Elmshäuser haben sich darauf spezialisiert, Firmen bei Veränderungen als Sparringspartner zu unterstützen, um genau diese Herausforderungen zu meistern.

Wir helfen gerne, fordern Sie uns.
kryg & fryden UG
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